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Von Ostmüller, Klara
Araki, 2008. 432 S. 21,5 cm, Kartoniert
ISBN: 3936149135
17,50 €
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Das Gesundheitssystem und die ärztliche Versorgung in Deutschland sind in der Krise. Überlastet, überteuert und sich von sozialen Prinzipien entfernend, hat sich vor allem im stationären Sektor eine kommerziell ausgerichtete, industrialisierte Medizin entwickelt. Durch den Arbeitsdruck bei der Jagd nach wirtschaftlichem Gewinn verlieren die Mitarbeiter die ursprünglichen Ideale. Groteske Beispiele für fatale administrative, organisationstechnische und medizinische Fehler häufen sich. Die Autorin hatte schon einige Berufserfahrung im Krankenhaus, als sie das lang ersehnte Medizinstudium aufnahm. Als gelernte Krankenschwester war ich der Auffassung, dass die ärztliche Tätigkeit relativ einfach zu bewältigen sei. Erst während der Ausbildung zur Chirurgin realisierte ich, wie wenig ich seinerzeit darüber gewusst hatte. Die Arbeitsbedingungen für Ärzte in der Ausbildung haben in den vergangenen Jahren erheblich an Härte zugenommen und sind trotz zahlreicher Bemühungen zur Umsetzung des Arbeitszeitgesetzes immer unerträglicher geworden. Der Bettenabbau und das DRG-Vergütungssystem für die stationären Leistungen verkürzen die verfügbare Zeit für die Ausbildung. Nur wenige chirurgische Assistenzärzte erhalten heute ein gutes handwerkliches Training. Die praktische Ausbildung hängt vielerorts von der Lust und Laune der Ober- und Chefärzte ab und wird von diesen als Belastung empfunden. Selbst operieren ist das Gebot!, heißt es hierzu in einem kritischen Artikel des chirurgischen Verbandsblattes. Gegenbeispiele zu meinem hier dargestellten Weg zur Chirurgin sind mir leider nicht bekannt. Bis zum Ende meiner Facharztausbildung hatten mir nicht nur einige ausbildende Chefärzte, sondern auch manche ärztliche Kollegen, die unter dem wachsenden Druck im Krankenhaus zu unangenehmen Die
Dr. Klara Ostmüllers romanhaftes Dokument ihres Werdeganges entlarvt, was uns Schwarzwaldklinik&Co. als Realität vorgaukeln. Das Gesundheitssystem und die ärztliche Versorgung in Deutschland sind in der Krise. Die Autorin beschreibt als Insider wie sich vor allem im stationären Sektor die Medizin kommerziell ausgerichtet und industrialisiert hat. Oft hängt die praktische Ausbildung von der Lust und Laune der Ober- und Chefärzte ab. So wird sich trotz aller Reformbemühungen der junge Chirurg auch künftig in die Hose machen, wenn er einen Pickel herausschneiden muss. Das Arbeitszeitgesetz soll die Überlastung der Ärzte reduzieren. Doch in vielen Krankenhäusern gibt es keine Ärzte mehr, die die Stellen besetzen wollen. Bis zum Ende ihrer Facharztausbildung hatten ihr die Ausbilder und Kollegen, die zu unangenehmen Dienern des Systems mutiert waren, derartig zugesetzt, dass sie kurz davor war, ihre Laufbahn aufzugeben.
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