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Von Umbach, Rolf
Urachhaus, 2005. 195 S. m. 8 Illustr. nach Gemälden v. Yo Mu Hung Umbach. 21 cm, Gebun
ISBN: 978-3-8251-7489-7
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Der Sohar, das Hauptwerk der Kabbalah aus dem 13. Jahrhundert, wirft auf ungewohnte Weise Licht auf die vertrauten Gestalten und Begebenheiten des Alten Testaments. Besonders das »Hohelied«, der »Gesang der Gesänge, der da ist Salomos« ist voller Bilder, Symbole und kosmischer Zahlenstrukturen, die sich erst voll erschließen, wenn sie im Lichte der jüdischen Geheimlehre befragt werden. Vor dieser scheinbar abstrakten Ebene steht aber immer der unmittelbare poetische Ausdruck. Das Hohelied ist seinem äußeren Wortlaut nach zunächst der Zwiegesang von Salomo und Sulamith. Doch in ihm tönt das Liebeslied des Männlichen und Weiblichen in der Gottheit wider. Und um diese »göttliche« Dimension geht es der Kabbalah eine »erotische Theosophie«. »Alle Küsse der Liebe sind nichts anderes als Zeichen dafür, dass eines im anderen sei. Deswegen führen diese Küsse alles in einem zusammen: Buchstaben in Buchstaben, Welten in Welten, Stufen in Stufen, Mann und Frau, auf dass alles eins sei« (Sohar ha-dash). Was nun aber ist der »Kuss der Liebe«? Die Erklärung dafür: »Der Kuss der Liebe ist nicht der Kuss des Mundes allein, vielmehr verbindet sich dabei Geist mit Geist. Jeder Mensch hat eine Geistseele, die sich mit der Geistseele des Geliebten verbindet, so dass vier Geister entstehen. Je inniger sich Mann und Frau vereinen, um so mehr werden die vier Geister zusammengefügt, und der Mensch, der dabei entsteht, ist der vollständige Geist.«
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